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Zum Themenbereich „Konzentrationslager “ gibt es Vielzahl von Spielfilmen und Dokumentationen, die sich in ganz unterschiedlicher Weise mit der Thematik auseinandersetzen. Die Filme sind eine Auswahl in alphabetischer Reihe mit einer kurzen inhaltlichen Beschreibung.

Eine Bewertung wird ausdrücklich  nicht vorgenommen, teilweise können auf vergebene Filmpreise hingewiesen werden.

Beim Einsatz des Filmmaterials für pädagogische Zwecke sei darauf hingewiesen, dass die teilweise brutalen Realitätsbezüge eine direkte Betreuung während der Filmvorführungen und eine intensive Nachbereitungen dringend erfordern.

A) Spielfilme

 1. Am Ende kommen Touristen; Drama Deutschland; Robert Thalheim 2007
Wie lebt es sich im Schatten des Völkermords? In Robert Thalheims „Am Ende kommen Touristen“ erlebt ein Zivi in der Gedenkstätte Auschwitz seine erste Liebe. Ein wundersam unaufgeregter Film über die Widersprüche des Erinnerns.

2. Das Leben ist schön; Tragikomödie Italien, Roberto Benigni, 1997
Als der italienische Jude Guido mit seinem fünfjährigen Sohn von den in Italien einmarschierten Deutschen in ein Konzentrationslager gebracht wird, gaukelt er dem Kind unermüdlich und mit immer neuen aberwitzigen Einfällen vor, es handele sich um ein lustiges Spiel, bei dem es am Ende einen Panzer zu gewinnen gebe.

3. Der Junge im gestreiften  Pyjama, Fiktives Drama  USA/GB, Mark Herman, 2008

Berlin, Anfang der 40-er Jahre. Der achtjährige Bruno ist der behütete Sohn eines Nazioffiziers. Als sein Vater befördert wird, muss er mit seiner Familie aus dem gediegenen Zuhause in Berlin in eine trostlose Gegend umziehen, wo der einsame Junge keinerlei Ablenkung geschweige denn einen Spielgefährten findet. Von Langeweile und Neugier getrieben, schlägt Bruno die Anweisungen seiner Mutter in den Wind, er solle auf keinen Fall den Garten und den Wald hinter dem Haus erkunden. So schleicht sich Bruno zu einer seltsamen Ansammlung von Gebäuden und Menschen, die er von seinem Zimmerfenster aus gesehen hat und die er zunächst für einen Bauernhof hält. Dort trifft er auf den gleichaltrigen Schmuel, der auf der anderen Seite eines hohen Stacheldrahtzauns lebt – der Beginn einer intensiven Freundschaft. Zuerst versteht Bruno nicht, was es mit dem Lager und seinen Bewohnern auf sich hat, aber dann beginnt er den Schrecken zu ahnen. Eines Tages will er sich Gewissheit verschaffen und gerät selbst in die Maschinerie der erbarmungslosen Lagerrealität.

4. Der letzte Zug, Drama Deutschland, Artur Brauner, 2006

Kriegsjahr 1943. Die Nazis wollen Berlin endgültig „judenfrei“ machen. Über 70.000 Juden wurden schon aus der Hauptstadt deportiert. Im April rollt vom Gleis 17, im Bahnhof Grunewald, ein Zug mit 688 Juden – zusammengepfercht in Viehwaggons – Richtung Auschwitz. Ob jung und alt, Akademiker, Künstler oder Boxer, das spielt hier keine Rolle mehr. Die Reise in den Tod dauert sechs Tage. Ein Kampf gegen unerträgliche Hitze, Durst und Hunger beginnt. In ihrer großen Verzweiflung versuchen einige aus der rollenden Gefängnishölle auszubrechen, darunter auch das Ehepaar Henry und Lea Neumann, sowie die junge Ruth Zilbermann. Doch die Zeit drängt und Ausschwitz rückt immer näher…

5. Sahras Schlüssel, Drama Frankreich, Tatiana de Rosnay,2011
Die zehnjährige Jüdin Sarah wird 1942 bei der Deportation durch die französische Polizei von ihren Eltern getrennt. Nach angstvollen Tagen im Lager gelingt ihr die Flucht. Sarah ist beherrscht von einem einzigen Gedanken: Sie muss ihren kleinen Bruder retten, den sie zu Hause im Wandschrank versteckt hat. Bei der Rückkehr in ihre Pariser Wohnung, die mittlerweile von einer anderen Familie übernommen wurde, erlebt sie einen Schock. Fast siebzig Jahre später recherchiert eine Journalistin die Folgen der Razzia und begibt sich auf die Spuren dieser Vergangenheit.
6. Schindlers Liste, Drama USA,  Steven Spielberg, 1993
1939: Mithilfe jüdischen Kapitals gelingt es dem cleveren Geschäftsmann Oskar Schindler (Liam Neeson), in Krakau eine enteignete Emailfabrik zu kaufen, die fortan Feldgeschirr für den sich anbahnenden Krieg herstellt. Um seinen Profit zu maximieren, setzt er äußerst preiswerte jüdische Arbeitskräfte aus dem Krakauer Getto ein, die ihm auf Grund der kriegswichtigen Güter, die seine Fabrik produziert, zugestanden werden. Schindler versteht es, zu repräsentieren und Geschäftskontakte zu knüpfen, ist aber in Verwaltungs- und Koordinationsaufgaben auf seinen versierten Buchhalter Itzhak Stern (Ben Kingsley) angewiesen. In Kooperation ihrer Talente entwickelt sich die Emailfabrik zu einem florierenden Unternehmen, welches immer mehr Arbeitskräfte benötigt. Stern, dem in Personalfragen freie Hand gelassen wird, nutzt dies um möglichst viele Juden, zumeist denen, die aufgrund ihrer akademischen oder künstlerischen Vergangenheit oder einer Behinderung für die Industriearbeit nicht in Frage kämen, einen Arbeitsplatz in der Fabrik zu verschaffen. 1943 werden die Überlebenden des Krakauer Gettos in das Arbeitslager Krakau- Plaszów überführt. Hier erlebt Schindler mit, wie die Insassen auf unmenschliche Art und Weise behandelt werden, wie Wachsoldaten willkürlich Menschen erschießen. Dann soll auch dieses Lager geschlossen und die noch lebenden Juden zur Liquidierung nach Auschwitz gebracht werden. Schindler jedoch setzt alles daran, dies zu verhindern.

7. Son of Saul; Drama; Ungarn; László Nemes Jeles 2016 (oscarprämiert)
Oktober 1944, Auschwitz-Birkenau. Saul Ausländer ist ungarischer Jude und arbeitet für das sogenannte Sonderkommando, eine Gruppe jüdischer Gefangener im Konzentrationslager, die den Nazis bei ihrer großangelegten Judenvernichtung helfen müssen. Während der Arbeit in einem der Krematorien entdeckt Saul den Körper eines Jungen, den er für seinen Sohn hält. Als das Sonderkommando eine Rebellion plant, beschließt Saul eine schier unmögliche Aufgabe zu übernehmen: Den Körper des Kindes vor den Flammen zu retten und einen Rabbi zu finden, der das Kaddischgebet spricht und somit dem Jungen eine angemessene Beerdigung ermöglicht.

8. Zug des Lebens; Tragikomöde; Is. Bel., Ndl, Italia,  Rum,  Radu Mihăileanu, 1997
In einem kleinen jüdischen Schtetl, irgendwo im Osteuropa des Jahres 1941: Der Dorfnarr Schlomo kehrt mit der erschreckenden Nachricht heim, dass die deutsche Armee auf ihrem Vormarsch alle jüdischen Dörfer vernichtet und die Einwohner getötet oder deportiert werden. Dem Rat der Weisen unterbreitet Schlomo den rettenden Vorschlag, das komplette Schtetl eigenhändig zu deportieren: So erwirbt die Dorfgemeinschaft eine Dampflock mit Güterwaggons und teilt sich in die Gruppe der Deportierten und die ihrer Bewacher, die Wehrmachts-Uniformen tragen und akzentfreies Deutsch und soldatische Umgangsformen erlernen müssen. Als die Vorbereitungen abgeschlossen sind, bricht die jüdische Gemeinde mit dem Zug in eine ungewisse Zukunft auf – das Schtetl bleibt verlassen zurück. Auf ihrem Weg, der sie zunächst hinter die Front und dann über Russland ins gelobte Land Palästina führen soll, drohen dem Zug nicht nur Gefahren von Seiten der Wehrmacht und Partisanengruppen, sondern es kommt auch zur Spaltung im Inneren und Konflikten zwischen den autoritären Wehrmachts-Darstellern und den Deportierten, in deren Reihen sich eine militante Kommunistengruppe konsolidiert.

 

B) Dokumentationen

 

1. Verschollene Filmschätze S03E08 1945 Die Befreiung der Konzentrationslager /arte
Deutschland, April 1945. Wenige Tage vor Kriegsende öffnen die alliierten Truppen, die an der westlichen Front vorrücken, zahlreiche Arbeits- und Konzentrationslager – und zeigen der ganzen Welt die entsetzlichen Zeugnisse des Nazi-Terrors. Die Entdeckung der Vernichtungslager Majdanek und Auschwitz durch sowjetische Soldaten im Juli 1944 und Januar 1945 hatte bei den Alliierten noch kaum für Aufsehen gesorgt.

2. Die Kinder von Buchenwald/  Film von Ute Gebhardt | MDR
„Am Anfang habe ich gedacht, die Toten schlafen nur, später hatte ich mich an den Anblick gewöhnt.“ Diese Worte beschreiben eine Kindheitserinnerung, die von Michael Urich. Sein Leidensweg begann im Warschauer Ghetto, bei der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald war er elf Jahre alt. Sechs von 900 Überlebenden des Konzentrationslagers Buchenwald, die als Kinder an den Ort des Schreckens kamen, hat Autorin Ute Gebhardt ausfindig gemacht und einfühlsam befragt. Gemeinsam schildern sie das Jahr 1945 auf dem Ettersberg. Ein Film, der gewohnte Blickwinkel aufbricht, aus der Sicht der hilflosesten Opfer.
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